Die Ketten, die wir uns schufen

All of these lines across my face
Tell you the story of who I am
So many stories of where I’ve been
And how I got to where I am

Brandi Carlile – The Story

…. Es sind manchmal die kleinsten Dinge im Leben, die einem in Erinnerung bleiben.

Vor kurzem stand ich nach dem Training noch mit Teilnehmern aus dem Gruppenkurs zusammen und wir kamen im Gespräch auf die Qualität von Tierärzten und Hundeschulen – die Odyssee von manchen Hundehaltern ist erschreckend und traurig zu gleich. Zum Thema Tierarzt kommt vielleicht noch ein Beitrag, hier geht’s um Hundetrainer.

Das Schubladen Denken der Menschen ist Arten übergreifend 😪 nicht nur, dass wir uns selbst negative Glaubenssätze verpassen, nein… Wir stecken auch unsere Hunde in Schubladen. Das blöde an Schubladen ist, dass hier kaum Raum zur Verfügung steht und an Entfaltung ist gar nichts erst zu denken – die Lösung eines Problems scheint Lichtjahre entfernt. Anstatt sich aus der Schublade heraus zu ziehen, macht man es sich vielleicht noch gemütlich und redet sich ein „die anderen werden schon recht haben“.
Willkommen auf der Schattenseite – mit all den negativen Emotionen inklusive.


Ernsthaft? Kann es das gewesen sein?

Eine Odyssee eines Teilnehmerpaars möchte ich euch gerne mitteilen, denn diese spiegelt nur all zu sehr, wie es vielen anderen ergeht:
– in 4 Jahren waren sie mit beiden Hunden bei 6 Trainern. Angefangen beim Training über Strafe ging es weiter, bis sie bei einer Trainerin landeten, die zumindest vorgab über Clickertraining und den positiven Umgang mit Hunden zu arbeiten. Es gab bei den Hunden eine erste Besserung, doch die Stagnation führte wieder zu Frust und Unzufriedenheit auf beider Seiten (Hund und Halter).
Der Zweithund wurde durch verschiedene Trainer als der Problemhund bezeichnet – die Ursache für alles.
Durch einen Zufall kamen die beiden zu mir. In diesem kürzlich geführten Gespräch nach dem Training erzählten die beiden, wie es ihnen nun ergeht, welche positive Wirkung und Veränderung das Training herbeiführte.

Ich krempelte die Welt der Hundehalter völlig um. Es hieß immer, der Zweithund wäre das Problem – war er nicht. Der Zweithund war das kleinste Problem. Laut Aussagen der Halter, erkannte niemand zuvor, welche Unsicherheit der Ersthund in sich trug. Das Training über Strafe und Hemmung brauchte der Hund absolut gar nicht. Stattdessen war es Sicherheit und Vertrauen. Die anfängliche Verständnislosigkeit und (teilweise) Verspöttung des Trainings (es fielen zB Aussagen wie „Clicker, Pfeife, Leckerlitasche…. Was brauch ich noch alles für eine Gassi Runde? Muss ich mir direkt nen Bollerwagen kaufen?!“) 😂. Die Lerntheorie des Hundes interessierte nicht – man war nur die Arbeit über Strafe bzw Korrektur und Begrenzung des Hundes gewohnt. Über den Tellerrand hinaus blickte man nicht und – das darf man leider nicht vergessen – viele Trainer über Jahre hinweg sagten den beiden „Diese Vorgehensweise ist richtig!“ Auch die Trainerin vor mir sagte der Halterin, nachdem sie bekannt gab das Training bei mir fortzusetzen, dass sie (Halterin) auch bei mir nicht viel mehr Erfolge erzielen wird.
Nachdem ich nun die Welt der Hundehalter resetet hatte und neu ordnete – ich gab sogar einen Zeitraum an, in welchem die Hundehalter ihr Ziel erreichen würden 😁😁😁 dieser Zeitraum ist jetzt 😜 und siehe da, diese folgenden Aussagen wurden kürzlich getroffen:

– wir hatten unsere Hunde natürlich sehr lieb, allerdings war es durch den immer wiederkehrenden Stress und die Unzufriedenheit, z.b. bei Hundebegegnungen, nicht möglich den Hund so ins Herz zu schließen. Durch Verena und das Training konnte eine neue „Liebe“ und Vertrauen aufgebaut werden.

– es macht viel mehr Spaß mit dem Hund Gassi  zu gehen, sodass die Zeit vergessen wird oder der Partner anruft weil das Essen mittlerweile auf dem Tisch steht oder weil wir los müssen zum Termin

– der Hund hat viel mehr Spaß am Training und zeigt das mehr als deutlich – war bisher nicht der Fall

– der Hund bietet von selbst nun einige Dinge an. Z.b. sich hinsetzen wenn ein Fahrrad kommt ohne ihn aufzufordern.

– das Training bringt auf beiden Seiten Freude mit sich und bietet dem Halter so tiefe Einblicke in die Welt des Hundes, seine Körpersprache zu erkennen und zu verstehen

– neue Sichtweise kennen gelernt, welcher Hund ist sicher bzw. unsicher

– Hunde kommunizieren mit dem Menschen viel besser wenn er z.b. eine frontale Begegnung nicht schafft und er mehr Distanz braucht oder er nur durch eine Situation gehen kann z.b. durch das Anleihen (durch die Gabe von Sicherheit)

– Hund achtet viel mehr auf den Menschen und rennt nicht mehr so weit davon, er bleibt immer unmittelbar in der Nähe (bis auf ein paar Ausnahmen – Jagdververhalten oder beim Spielen)

– bei aufkommender Unsicherheit nimmt Hund Kontakt zum Halter auf, anstatt den Konflikt selbst lösen zu müssen

Das ist keine Hommage an mich… Wenn es eine sein sollte, dann an die Lehre der positiven Verstärkung und die Lerntheorie.
Jeder Hundetrainer zuvor hätte diese Wirkung erreichen können, wenn ein gewisses Maß an Fachwissen, Feingefühl und Empathie vorhanden gewesen wären.

Verlasst die Schubladen – eure eigene und lasst euren Hund aus der seinigen. Ihr habt außerhalb eurer Schubladen so viele Möglichkeiten und jeder hat das Recht auf Glück, Wohlbefinden, Spaß und Freude im Leben. Sprengt eure Ketten und fangt neu an… Es lohnt sich 💖

Du möchtest einen Trainer suchen, der positiv arbeitet und das Training individuell auf Dich und Deinen Hund abstimmt?
Dann schau mal hier
https://trainieren-statt-dominieren.de/trainer-umkreissuche

Mein Hund geht in die Urlaubsbetreuung

Jedes Jahr die Frage: was machen wir in den Ferien?

Gerade für Familien ist dies oft schwierig, denn man muss verschiedene Faktoren unter einen Hut bringen: Wünsche der Kinder, kann der Hund mit, ist es bezahlbar etc.

Viele sind mutig und fragen freitags, ob ich den Hund ab montags in Urlaubsbetreuung nehmen kann. Puuuhhh …. definitiv ein klares „Nein!“

Wieso? Sie und ihre Familie sind zugleich die Familie / das Rudel für ihren Hund. Er ist vertraut mit ihrem Ablauf und ihrem Umfeld – das sind alles Sicherheitsanker in seinem routinierten Alltag. Dann soll er von heute auf morgen plötzlich wo anders untergebracht werden, mit vielen anderen fremden Hunden – die unter Umständen Stress haben durch diese Veränderung und dies lautstark oder still bekunden – kann das auf Ihren Hund abfärben oder seinen eigenen Stress verstärken. Die meisten Pensionen sind gerade zur Ferienzeit überfüllt. Fragen Sie sich und vor allem die Betreuer
– wie Ihr Hund untergebracht ist
– wie viele Betreuer stehen für wie viele Hunde zur Verfügung
-> wie viel Zeit bleibt für die persönliche Betreuung Ihres Hundes?
– Ist Ihr Hund durchweg in einem Hundezimmer
– wie viel Auslauf hat er
– wie viel Kontakt gibt es zu Artgenossen – der auch beaufsichtigt wird!

Es gibt Pensionen, die keine Einsicht „hinter die Mauern“ gewähren – das hat unterschiedliche Gründe die aus Sicht der Hundebetreuer nachvollziehbar sind. Zum einen bedeutet jeder Besuch Aufregung -> Erregungslevel steigt -> Hunde bellen, neigen evtl zu Übersprungshandlung etc. -> Stresspegel erhöht sich und wenn man bedenkt, wie viele Leute gerade vor der Urlaubszeit eine Unterbringung suchen, ist das somit nachvollziehbar. Infolge dessen ist es auch nachvollziehbar, dass es geregelte Bring- und Abholzeiten gibt. Für uns als Hundebetreuer ist es daher sehr hilfreich, wenn die Kunden diese Zeiten einhalten. Fragen Sie auch hier nach, wie die Integrierung ablaufen soll.

Erkundigen Sie sich vorab über die Pension, die Sie ins Auge gefasst haben. Gehen Sie vor Ihrem Urlaub öfters mit Ihrem Hund dort hin, damit er sich eingewöhnen kann. Machen Sie ihm die Urlaubsbetreuung so angenehm wie möglich. Fragen Sie auch nach, ob Sie persönliches mitbringen können z.B. ein getragenes Shirt von Ihnen. Wenn Ihr Hund mit anderen Hunden zusammen untergebracht wird, kann es sein, dass Sie dieses Shirt nach der Urlaubsbetreuung entsorgen können.

So unterschiedlich wie die Unterbringungen sind, so sind auch die Preise. Die Hundehalter sehen erstmal nur den Gesamtpreis. Zur Veranschaulichung ein Beispiel:

Pension A              Pension B                         Pension C

Tagesbetreuung:              –                            15,-                                       25,-

Übernachtung:               24,-                         24,-                                       20,-

Sonstiges:          Zulage für Einzelzimmer / Sonn- oder Feiertage / Medikament….

Summe:                           24,-                        39,-                                       45,-

 

Nun zum Hintergrund hinter dem Preis:
Bei Pension A ist Ihr Hund in seinem „Hundezimmer“ mit x anderen Hunden und hat 15 – 30 Minuten am Tag Auslauf auf der Grünfläche im Innenhof. Kontakt zum Betreuer sehr gering, im schlimmsten Falle nur zum Füttern. Einnahme über Anzahl der Hunde.

Bei Pension B ist Ihr Hund wie bei A mit anderen Hunden untergebracht – hoffentlich alle verträglich – und hat 1 Stunde Auslauf in der Gruppe. Kontakt zum Betreuer abhängig von der Auslastung / Anzahl der Hunde. Gruppenlauf Beobachtung bitte nachhaken. Manche Pensionen haben inzwischen Videoüberwachung in den Hundezimmern und können so ggf eingreifen bei Unstimmigkeiten zwischen den Hunden.

Bei Pension C ist die Anzahl der zu betreuenden Hunden reglementiert auf eine überschaubare Anzahl, persönliche und individuelle Betreuung möglich – evtl. findet die Betreuung sogar Zuhause beim Betreuer statt. Ihr Hund hat somit eine rund-um-die-Uhr Betreuung und regelmäßig Auslauf – wie bei Ihnen Zuhause.

Welche Betreuung würden Sie nun wählen?

Rechnen Sie den Gesamtbetrag den Sie eingangs gesehen haben, runter auf den Stundenlohn -> bei Pension A und B durch 8-10 Stunden und bei Pension C durch 24 Stunden.

Wie denken Sie nun über den Preis?

Die Geiz-ist-geil Mentalität kann hier Konsequenzen haben, die Sie vorher nicht haben erahnen können. Deswegen prüfen Sie genau, wo Sie Ihren Hund unterbringen.

Wie wird der Hund transportiert?

Hallo liebe Hundehalter,

habt ihr euch mal überlegt, wie euer Hund beim Dogwalker während dem Transport untergebracht ist?

Nein? Hier mal eine kleiner Einblick in die Realität ….

Der Dogwalker holt den Hund ab, führt ihn aus, bringt ihn nach Hause – keine Tagesbetreuung(!) – unterliegt somit nicht der Pflicht den Sachkundenachweis zu erbringen. Er unterliegt aber dennoch der Aufsicht des Veterinäramts und muss die Vorschriften der Transportsicherheit einhalten.
Die meisten Dogwalker arbeiten infolge dessen mit Transportboxen. Viele kennen diese Kennels bestimmt auch vom eigenen Fahrzeug oder von Zuhause als Rückzugsmöglichkeit. Ordentliche Dogwalker achten darauf, dass sich der Hund in der Box bewegen kann. …. Jetzt fehlt mir die Idee, wie ich eine Brücke schlage …. Okay. Direkt formuliert:
Euer Dogwalker postet bestimmt Bilder von den Hunden beim Spaziergang … wer nicht *haha* Aber auch wie sie im Auto, in den Boxen sitzen? Wenn ich mir manche Bilder von Dogwalkern ansehe, die Anzahl der Hunde und vor allem wie viele große Hunde dabei sein und in meinem Hinterkopf bäumt sich die Frage auf „wie sind die untergebracht?“ Für kurze Strecken kann man sich darüber streiten. Aber realistisch – und aus eigener beruflicher Erfahrung – fährt man schon mal 1 bis 2 Stunden bis alle Hunde wieder Zuhause sind. Ist das gerecht, wenn sich 2 große Hunde 1 Box teilen müssen? Ich finde es Tierschutz relevant und ich weiß auch, dass manche Dogwalker ihre Dienstleistung nicht sehr transparent halten.
Liebe Hundehalter, es sind Eure Hunde und ihr zahlt für diese Dienstleistung. Dann achtet auch auf solche Dinge und hinterfragt unter Umständen, durchlöchert den Dogwalker …. es geht um das Wohlergehen von Eurem Hund!
Mein Kleinster fährt auch in einer Box mit – sonst hätten die anderen keine Ruhe :p Wie ihr auf dem Beitragsbild seht, hat er entsprechend Platz und Bewegungsfreiheit – auch dann, wenn er mal ausgewachsen ist 🙂 .

Wie oben bereits erwähnt, unterliegt der Dogwalker nicht der Pflicht des Sachkundenachweises – obwohl er dennoch den Hund über mehrere Stunden bei sich hat. Genutzte Rechtslücke seitens des Dogwalkers. Viele bieten auch Tagesbetreuung und sogar Urlaubsbetreuung an – obwohl sie es rechtlich nicht dürfen und rechnen es entweder schwarz oder als Gassi Runde ab. Das ist eine miese Tour.

Der Alltag mit Welpen

Es sind nun unglaubliche 14 Tage mit Titus. Wow! 😀

Was ist in dieser Zeit passiert?
In den ersten Tagen nichts, denn er sollte erstmal ankommen. Als das am ~2/ 3 Tag seinem Verhalten nach zu urteilen geschehen ist, fing ich damit an allmählich eine Reihenfolge und Richtlinien einzufügen. Denn Titus sollte für Fips eine Bereicherung sein und ich will Fips nicht das Gefühl geben, er sei nun auf dem Abstellgleis gelandet. Wir haben unserem Ersthund so viel zu verdanken – ich zumindest so einiges – und das sollte ich ihm jetzt im Alter mehr denn je danken! <3

Uns stand noch eine Woche Urlaub bevor, so dass Titus auch die Chance hatte die künftige Hundegruppe in kleinen Teilen kennenzulernen. Hierfür bin ich meinen Kunden sehr dankbar <3 . In dieser Urlaubswoche ging es trainingstechnisch um
–  Aufmerksamkeit belohnen und verstärken – was Titus von sich aus super angeboten hatte und ich brauchte das auch nicht erst einfangen oder intensiv belohnen
– Warten können (da brauchen wir etwas länger :p )
– Sitz

Ich war sonntags abends – vor dem 1. Arbeitstag – ziemlich aufgeregt. Montags morgens war mir sogar leicht übel 😉 . Natürlich gab es die eine oder andere Situation, in der Titus mich aufforderte spontan umzudisponieren. Da kam mir die jahrelange Erfahrung auch sehr zu Gute und es war alles machbar. Für den kleinen Stinker verlief die erste Arbeitswoche einfach traumhaft! Es waren viele Eindrücke zu verarbeiten, er ist körpersprachlich top – agiert und reagiert entsprechend und angemessen. In der Hundegruppe fand er Einstein, mit dem er abenteuerlustig durch die Gegend streift – was dazu führte, dass wir schleunigst einen gut sitzenden Rückruf brauchten 😀 . Er fand in Milow einen „Zieh-Papa“, der ihm spielerisch alles beibringt.

Im Training konnten wir nun unter der Woche nur das festigen, was wir angefangen hatten. Beim stubenrein werden hatten wir kleine Rückschritte – war wohl auch zum Teil mein Fehler. Zum einen möchte Titus abends partout nicht mehr Gassi gehen – ausser kurz Pipi machen. Damit Fips da nicht zu kurz kommt, musste ich eine Lösung finden. Die Lösung sieht nun wie folgt aus: wir bauten über die Abende ein Entspannungssignal auf mit Box-Training und dem Hören von Hörspiel. Nun kann ich mit Fips abends eine kurze Runde laufen und Titus schläft in der Box während Hörspiel läuft. Klappt bisher super! Hab das natürlich erst mal getestet und bin in ein anderes Zimmer, Titus war in der Box und Hörspiel lief. Als ich nach ein paar Minuten zurück kam, saß er in der Box und hatte permanent die Tür im Blick. Dann fiel mir ein, dass er sich immer Wäsche zusammenkratzt und sich drauf legte, wenn ich nicht „greifbar“ war – z.B. wenn ich baden war. Beim nächsten Versuch legte ich einen Pulli mit in die Box und Titus nahm diesen direkt in Beschlag und schlief ein. Hunde zeigen uns doch immer wieder vielerlei Ansatzpunkte …. ich bin so begeistert. Und seit 3 Tagen hatten wir auch kein Malör mehr in der Wohnung.

Zum Malheur und der Stubenreinheit muss ich noch was erwähnen *räusper* in der Form habe ich das auch noch nie erlebt. Titus bekam irgendwann ein Ohr mit Fell zum Knabbern. Das schmeckte anscheinend so gut, dass er am nächsten Tag anfing seinen eigenen Kot zu fressen. Nicht nur das: er war so angetan davon, dass er regelrecht wie im Wahn da durch raste – somit auch Kot an den Pfoten hatte und die Spuren in der Wohnung verteilte. Ich habe noch nie so oft meine Wohnung geputzt oder hatte einen derartigen Wäscheberg wie derzeit. Aber der Brüller kommt noch. Freitags Abends war ich im Theater und eine Freundin passte auf Fips und Titus auf. Zum Kennenlernen war sie in der Woche zweimal da. Beim zweiten Treffen lief ich am Körbchen vorbei, welches Titus schon längst für seins empfindet, schaue während dem vorbei laufen rein und denke „Hää, was´n das?“ Lauf zurück, hebe ein Kissen hoch … er hatte sich Kot – mit dem Fell darin – aufgehoben. Nun passe ich auf, was er an Knabbereien bekommt :p und schaue noch mehr auf seine Warnzeichen fürs raus müssen und seit 3 Tagen *tschaka* ging nichts mehr in die Wohnung.

Was gibt es noch zu erwähnen?
Er wächst prächtig :p hat in den 14 Tagen richtige Muskeln aufgebaut – wie es sich für einen Staff-Bull auch gehört :p Am Liebsten schläft er an meinem Kopf oder auf meinem Bauch 😉 Wenn ich so wie jetzt auf der Couch sitze, den Laptop auf dem Schoß habe und beide Hände benötige …. uuuhhh …. das findet er so doof 😀 Aber dies gehört auch zu den Dingen, die er lernen muss. Er ist zum Glück kein Quälgeist, der immer und immer wieder nervt. Er legt sich dann hin und schläft.

Wie sieht es bei Euch mit dem Erwachsen werden des Welpen aus? Wisst ihr noch, wann der Welpe was gemacht hat? Oder wann konnte er das eine oder das andere?

Hinterlasst mir Eure Erfahrungen in der Kommentarleiste.

Resümee Zweithund

Lange Zeit – ehrlich gesagt seit Skully – kam immer wieder der Gedanke „Zweithund“ auf. Ich zweifelte, ob ich es stemmen kann, ob es geschäftlich integrierbar ist, ob …, ob…., ob…. . Und letztlich war der hauptausschlaggebende Grund gegen einen Zweithund die damalige Wohnsituation.

Was sprach für einen Zweithund? Vieles! ? Nein, Scherz beiseite. Fips wurde letzten Dezember 9 Jahre alt und ich kann mit ruhigem Gewissen behaupten, meinen Hund zu kennen – auch sachlich betrachtet die Veränderung, welche über die Jahre eintrat ?.

Fips war verrückt nach anderen Hunden. War kaum zu bremsen wenn es einen Artgenossen zum Spielen gab. Das beruhigte sich zu dem Zeitpunkt, als die Hundebetreuung anfing. Da kamen wir dann in ruhigere Gewässer ? Leider wurde er aber auch Opfer meiner damals noch nicht ausreichenden Kenntnis ?. Fips trägt heute viele Narben – manche wären vermeidbar gewesen, den Schuh muss ich mir anziehen. Dennoch ist er immer noch ein sozialverträglicher Hund – so selbstverständlich ist das gar nicht bei den vielen Attacken. Er ist unsicherer und privat meidet er inzwischen mehr den Kontakt zu fremden Hunden, die ihm „merkwürdig“ erscheinen / körpersprachlich zu wenig Signale senden. Das ist für mich völlig in Ordnung und verhalte mich entsprechend. Nach den 2 Attacken vom Malamute, trainierten wir Hundebegegnungen und sind nun auf einem Stand, mit dem wir zurecht kommen und meiden auch Situationen, die zu viel Stress bedeuten. Fips hat sich immer wieder gefangen, auch nach den – wie man sie wohl neuerdings nennt – „Zurechtweisungen“ anderer Hunde, die völlig grundlos waren . Er hat sich binnen paar Wochen wieder gefangen. Nach der Malamute Attacke (beinahe Ober- und Unterkiefer durchgebissen) brauchte er Monate. Vor ein paar Jahren hatte ich einen Hund zur Urlaubsbetreuung, die Fips eine richtige Fleischwunde verpasste. Zunähen ging nicht – Hautfetzen fehlte komplett und die Wunde war zu groß, somit wäre eine zu große Spannung gewesen. Bilder lasse ich mal weg. Fips versteckte sich über Tage vor diesem Hund. Das war der einzige Fall in all den Jahren, in dem ich den Notfallkontakt nutzte und die Urlaubsbetreuung abbrach.

Das waren die körperlichen Schäden. Das bekamen wir alles soweit wieder in den Griff.

Mein Betreuungskonzept war schon immer auf Langfristigkeit ausgelegt, so dass die Hunde so wenig Veränderungen wie möglich haben und entsprechend eine Stabilität. Gerade die ersten beiden Hunde, die in meine Betreuung kamen – Erras & Nela –  hatte Fips in sein kleines Schnauzer Herz geschlossen ❣ Die Betreuung dauerte Jahre an und gerade bei Erras war Fips so verschmust und bestand auf kontaktliegen… das war Wahnsinn. Ich kaufte sogar extra ein XXL Körbchen, damit beide rein passten. Erras behob bei Fips Defizite, die er aufgrund frühzeitiger Abgabe seiner Wurfgewschwister hatte – als ich Fips abholte war er 8 Wochen alt, seine Geschwister waren schon alle weg!

Erras & Fips

Als die Betreuung von Erras endete, gab es bei Fips noch keine zeitnahen Anzeichen. Aber mit der Zeit zog er sich zurück. Als dann noch Nela ging, gab es keinen Hund mehr, den er an sich heran ließ. Hunde sind große Empathen, Fips wird wohl auch von mir manches mitbekommen haben. Und über die Jahre zog er sich immer mehr zurück. Skully war die erste, die wieder eine Annäherung schaffte ? und da kam zum ersten Mal der Gedanke über einen Zweithund auf: einen dauerhaften Begleiter an Fips Seite, die/der ihn nicht mehr alleine lässt. Ich hätte Skully behalten sollen… aber die Wohnsituation ?.

Ca 1,5 Jahre später. Nach dem Umzug und Eingewöhnungszeit – der DG Ausbau ist beinahe fertig, war ich auf der Suche nach einem Zweithund. Die drei Wochen Urlaub über den Jahreswechsel waren optimal. Ich wollte eigentlich einen Hund aus dem Tierschutz. War auch bei verschiedenen Vereinen die sich speziell um Listenhunde kümmern … aber das scheiterte leider aufgrund meiner Arbeit. Im Nachhinein kamen auch Kunden auf mich zu und meinten sinngemäß „bin erleichtert, dass es doch kein Hund mit Vorgeschichte wurde, dass Risiko war mir zu hoch“.

… und was wurde es???? ??

Ein Welpe vom Züchter. Titus war eigentlich schon vertraglich vergeben, allerdings trat der Käufer vom Vertrag zurück. Und es war alles irgendwie … Schicksal! Kontakt aufgenommen, kennengelernt, 2 Tage später Kennenlernen zwischen Titus & Fips … war gebongt ?. Nun ist Titus seit 1 Woche bei uns und seit heute ist alle Skepsis bei mir verflogen. Fips braucht Zeit, dass ist klar. Aber Titus hat es in dieser einen Woche sehr weit gebracht – und Fips lässt es auch zu ❤️☯️? Das wird ? und ich freue mich auf die Zeit, in der die beiden ein Kopf & ein Arsch sind ?

 

Welcher Trainingsstand ist der Richtige?

Mit Fips war ich ab seiner 13 Lebenswoche in der Hundeschule Hunde-Nachhilfe. Zuerst Welpen, dann Junghunde und als die Grundbasis saß, ging es weiter mit Dummy / Mantrailing / Trickdogging – was ihm eben Spaß machte.

Im Sept 2010 war ein Cut aufgrund eines familiären Ereignisses und wir gingen kaum noch in die Hundeschule. Als 2012 die Selbständigkeit anfing, war es dann wirklich gar nicht mehr … und so blieb es quasi bis jetzt. Wir nahmen ab und zu an Workshops teil, aber grundlegend war mein Tenor, dass Fips in der restlichen Zeit außerhalb der Arbeit eher Ruhe bekommt. Sein Ausbildungsstand ist inzwischen so gefestigt, dass er während der Arbeit immer öfters weder Geschirr noch Halsband trägt. Eigentlich nur noch, wenn neue Hunde dazu kommen oder sonst etwas „außer der Reihe“ verläuft. Das passte für mich bis gestern wunderbar.

Noch kurz nebenbei: Am Montag Mittag lief eine Kundin bei der Mittagsrunde mit. Uns kam eine Joggerin mit ihrer Labbi Hündin entgegen. Die Hündin trug weder Halsband noch Geschirr. Als die Begegnung vorüber war, meinte die Kundin „Die trug weder Halsband noch Geschirr, wie geht das?“ Ich guckte wohl etwas erstaunt und mein Blick fiel auf Fips, der nur einen Pulli trug. Die Kundin verstand worauf ich hinaus wollte und meinte „Ja, das ist ja auch Fips. Das ist was anderes.“  🙂  🙂

So, nun zu gestern: im Rahmen meiner Ausbildung zur Hundetrainerin sind Praxisstunden zu absolvieren, die ich gestern in der Hundeschule Hunde-Nachhilfe anfing. Fips trug Geschirr, musste an der Leine laufen, er musste meine Aufmerksamkeit nicht mit anderen Hunden teilen, … so manche andere Situationen, die wir nicht mehr geübt hatten. Zum anderen waren andere Teile, die wir früher bis zum Ende trainiert hatten, absolut gefestigt und wurden sofort abgespult. Wie z.B. schau mich an, schenk mir Aufmerksamkeit und belohne mich dafür. Oder bei der Übung „freies Formen“ fingen wir mit einer Plastikflasche an. Fips ging direkt ins Apportieren über – da er das kannte aus diversen Übungen wie „einräumen“ oder eben aus dem Dummytraining und stellte mich vor die Herausforderung: ändere etwas an der Situation, damit ich etwas neues anbiete. War in dem Fall leicht, in dem ich nur den Gegenstand „Flasche“ gegen eine breite Dose austauschte und schon änderte er das, was er mir im freien Formen anbot.
Auch das (nicht mehr) ruhig warten können bzw. sein aufmerksamkeitserheischendes Verhalten war wieder präsent. Das zeigt er bei der Arbeit überhaupt nicht.

So, nun stellte ich mir gestern die Frage: welcher Trainingsstand ist der Richtige?

Ich kam zu keinem Ergebnis.
Manche beneiden andere Hundehalter, wenn sie den Hund ohne Geschirr/Halsband frei herum laufen sehen und der Hund – hoffentlich – aufs Wort hört. Aber diese frei herumlaufende Hunde sind genau diejenigen, die meistens eine schlechte/miserable Leinenführigkeit haben.
Hunde, die draußen ein riesen Temperament haben und gefühlt kaum zu bändigen sind, haben zu Hause ein riesen Ruhebedürfnis und kuscheln einfach nur.

Es gibt somit immer eine Gegenseite und wenn wir ehrlich sind, hat doch jeder den perfekten Hund – denn wir formen unsere Hunde so, dass es für uns passt und unsere Hunde machen dies für uns mit. Wenn ihr in Situationen kommt, in denen euer Hund ein (für euch) unangebrachtes Verhalten zeigt – natürlich abhängig davon, worum es geht, denn eine Gefahr für andere darf niemals entstehen ! – entscheidet für euch, ob es Sinn macht diese Situation zu üben. Wenn nicht, versucht diese Situationen zu meiden.

 

Wünsche Euch viel Spaß mit Euren Hunden.

Nass und kalt …

Der Herbst ist da und somit ist der Winter nicht mehr all zu fern. Jeder von uns liebt es, sich an ungemütlichen Tagen auf die Couch zu lümmeln, gut zugedeckt damit es einem warm wird und dabei ein gutes Buch und dazu ein Kaffee oder Tee. Ja, das ist fein.

Aber was machen die Hunde? Wir können uns umziehen oder ein heißes Erkältungsbad nehmen – der Hund leider nicht. Deswegen ist es wichtig, dass die Hunde gut abgetrocknet werden – Fips liebt es inzwischen geföhnt zu werden *lach*

Zu dieser Jahreszeit kommen die Hunde in den Fellwechsel. Manche haaren extrem, so dass wir mit Saugen gefühlt nicht mehr hinterher kommen und der Hund doch eigentlich schon längst haarlos sein müsste Anbetracht der Masse die sich da auf dem Boden verteilt 🙂
Hierbei können wir den Hund etwas unterstützen, in dem wir ihn bürsten – bitte auf die richtige Bürste achten! Ich rede wirklich von bürsten und nicht von „über das Fell streicheln.
Bei Hunden, die zu Verfilzungen neigen, auch auf den Bereich zwischen den Zehen achten und regelmäßig kontrollieren – Verfilzungen wegschneiden, ggf beim Hundefriseur machen lassen aufgrund Verletzungsgefahr.

Fips trägt seine Klamotten im Herbst und Winter ganz lässig. Anziehen ist doof, aber die paar Sekunden übersteht er, denn er weiß inzwischen, dass die Kleidung ihn trocken hält. Seine Garderobe beinhaltet inzwischen eine Regenjacke, eine Softshell Jacke, diverse Pullis, eine Sicherheitsjacke und eine Winterjacke. Trixi und Wolters kann ich sehr empfehlen.

Die Pfoten der Hunde sind auch sehr beansprucht und – wie bei unseren Händen – sind die ersten Risse erstmal in den Ballen, tut das richtig weh. Wenn im Winter gestreut wird und das Streugut oder gar Salz kommt in diese rissige Hautstellen … das muss ich nicht weiter ausführen. Die Hunde finden eine Pfotenmassage mit einer Creme für die Ballen genauso toll und entspannend, wie wir eine Fussmassage.  Zu Beginn vermutlich kitzelig bis die Creme etwas eingezogen ist. Das Fell zwischen den Ballen sollte nicht über die  Ballen hinausragen. Zum einen kann es zu einer Fehlstellung führen und zum anderen erschwert es die Pfotenpflege und -kontrolle. Im Winter setzt sich Streugut auch besser im Fell ab – deswegen kurz halten. Auch nach jedem Spaziergang die Pfoten sauber machen, damit kein Streugut drin hängen bleibt.

Fips bekommt ab Herbst unterstützend Echinacea Tabletten von DHU . Erst mit Abstand und sobald es draußen ungemütlich wird, bekommt er täglich eine.

Das ein gutes Hundefutter auch entsprechend zur Gesundheit beiträgt, muss ich wohl nicht erwähnen 😉 .

Wünsche Euch viele schöne Herbsttage <3

Es juckt …

Wer kennt das nicht? Der Hund schleckt und kratzt sich ständig und man leidet schon selber mit … zu dieser Jahreszeit müssen die Hunde schon einiges mitmachen. Die Zecken lassen endlich mal nach, da nahen schon die Grasmilben und Flöhe. Wenn man nach nützlicher Abhilfe googlet, findet man schnell vielerlei Ratschläge. Was bei dem einen hilft, bewirkt beim anderen kaum einen Hauch Besserung.

In all den Jahren, haben sich bei mir folgende Hilfsmittel bewährt:
– Allercalm Shampoo von Virbac oder Verminex Shampoo von Petvital
-> es hilft den Juckreiz erstmal zu lindern

Zur Ursachen Behebung:
– MilbenEx von CdVet
-> man kann punktuell die betroffenen Stellen behandeln. Wenn der Hund
Grasmilben um das Auge herum hat, sprüht man MilbenEx auf ein
Wattestäbchen und kann so perfekt die Stellen bestreichen.
– Crotamitex aus Humanmedizin, hilft daher auch den Menschen. Bitte auf die
Stärke achten (das kleinste nehmen)

Vorbeugung?
Mir ist dieses Jahr aufgefallen, dass die Hunde – welche stets Kokosöl ins Futter bekommen und dadurch schon einen Schutz aufgebaut haben – bei weitem weniger bis gar keine Probleme hatten als die Hunde, die nur das Kokosöl ins Fell bekommen.
Fips bekommt neben dem Bogacare Spot-On auch alle paar Wochen eine Dusche mit dem Bogacare Shampoo. Er hat nichts *freu*.

Ich hoffe, dass ich Euch Tipps geben konnte und Ihr somit Eure Hunde unterstützen könnt.

Liebe Grüße

Verena & Fips

Impulskontrolle

 

Heute morgen kam durch ein Video in Facebook das Thema Impulskontrolle auf.

Meines Erachtens ein sehr wichtiges Thema, leider wird es oft übersehen, als unwichtig abgehakt oder ist es einfach nicht so bekannt?

Was ist Impulskontrolle?
Jeder von uns hat den Impuls auf einen Auslöser zu reagieren. Wir wissen alle, dass der erste Impuls nicht immer der Beste ist. Was machen wir? Wir lernen und üben uns darin, nicht immer auf den ersten Impuls zu reagieren und – sprichtwörtlich – „schlafen wir erst einmal eine Nacht darüber“.

Hunde haben ebenfalls den Impuls auf einen Auslöser zu reagieren und genaue wie bei uns liegt dies sehr nahe an der Frustration – „man darf nicht was man will“.

Stellt Euch einen Becher vor. Dieser Becher symbolisiert die Impulskontrolle. Ist der Becher voll, ist alles in Ordnung, unsere Nerven sind geschont und es kann kommen was mag – uns bringt nichts aus der Fassung! Yeah! 🙂

Mit jedem negativen Auslöser schwappt etwas Flüssigkeit aus unserem Impulskontroll-Becher und leert sich nach und nach. Eigentlich nicht so dramatisch, denn der Becher kann sich wieder füllen durch Essen, Schlafen und Entspannen. Klingt erstmal gut, oder?
Aber: abhängig vom Auslöser und dem Impuls, leert sich der Becher mal schneller und mal langsamer. Bei mehreren aufeinanderfolgenden Auslösern ist der Becher unter Umständen leer. Die Impulskontrolle geht mehr als alles andere an den Abbau des Glucose Spiegels im Blut. Das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind zur Energiegewinnung auf Glucose angewiesen – somit ist die Glucose ein wichtiger Energielieferant. Eine Unterzuckerung kann somit die Hirnleistung vermindern, Krampfanfälle, eine vermehrte Adrenalinausschüttung und zittrige Hände sowie Schweißausbrüche verursachen.

Kommen wir zurück zum Becher:
ist der Becher voll, sind wir entspannt und es bringt uns nichts so leicht aus der Fassung.
Ist der Becher nahezu leer, könnte das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“ der Auslöser für eine Explosion in einer Situation sein, in der wir eigentlich nicht mal mit der Wimper zucken würden.

Bei unseren Hunden ist es genauso!

Was könnte ein Auslöser sein?
– Ist der Hund jagdlich ambitioniert, so könnte ein Jogger / Radfahrer / Skater ein Auslöser sein.
– Ist der Hund ein Ball-Junkie und startet mit einer Sandwolke durch wenn alleine die Arm Bewegung zum Ball werfen eingesetzt hat.
– Begrüßt der Hund gerne Besucher und springt an ihnen hoch.
– Bleib Übung in der Hundeschule
– Sichtung eines anderen Hundes
….
Es gibt sooo viele Impuls-Reaktionen auf die verschiedensten Auslöser. Jeder Hund ist anders und verliert entsprechend auch unterschiedlich an „Flüssigkeit des Impulskontroll-Bechers“. Dem einen fällt es schwerer, nicht hinter dem Jogger herzujagen. Dem anderen fällt es schwerer bei der Bleib-Übung zu warten. Man kann das nicht verallgemeinern, da jeder Hund individuell ist.

Kann man an dieser Impulskontrolle arbeiten?
Ja, kann man. Aber Training an der Impulskontrolle immer nur für kurze Einheiten -> Glucose Spiegel.
Man kann auch ein Alternativverhalten trainieren, so dass der Hund lernt anstatt dem Impuls zu folgen ein alternatives Verhalten zeigt.

Hier auch ein Link zum Thema:

Impulskontrolle

 

Ein persönliches Beispiel aus meinem Dogwalker-Leben 😀
Erst kürzlich habe ich eine (anonyme) Google Rezension über mich gelesen, in welcher steht:
Einzelrunden, die für 1 Stunde bezahlt sind, werden ohne Rücksprache auf 30 Minuten oder weniger gekürzt.
In meinen AGB steht, dass ich mich an das Tierschutzgesetz halte und entsprechend handle. Eine Kürzung bei hohen Temperaturen muss ich nicht erwähnen :p . Also gehen wir mal von angenehmen Temperaturen aus, bei denen jeder Hund ohne Probleme eine ganze Stunden laufen könnte. Hunde, die sich bei mir in der Einzelrunde befinden, sind zumeist nicht „Gruppentauglich“, weswegen ich mit ihnen auch nicht einfach mal so mit dem Auto etwas ausserhalb fahren und in Ruhe spazieren kann. Somit bin ich auf die Gegebenheiten vor Ort angewiesen.
Beispiel: Manche Hunde haben schon ein ritualisiertes Verhalten. Das heißt, sie kommen aus der Wohnungstür raus und sind schon angespannt, checken die Umgebung und halten Ausschau nach dem ersten Auslöser. Also sind schon von der Trainingsseite her betrachtet die Gegebenheiten schlecht
. Was macht ein guter Dogwalker? Sie variert die Gassi Runden, geht mal hier – mal dort. Mit der Zeit aber auch Käse – denn die Hunde sind ja nicht doof. Erschwerend hinzu kommt, wenn es für den Hund mehrere Auslöser gibt: Schulkinder, andere Hunde, … und erwischt man noch dazu eine schlechte Uhrzeit, kommen uns in ~ 10 Minuten genau diese Auslöser entgegen und nach dem fünften sagt der Hund „Ich kann nicht mehr!“ Wie sich meine Hand nach diesen 10 Minunten anfühlt, lass ich mal weg :-/ Es geht ja hier um den Hund.

Der Glucose Spiegel baut sich nicht innerhalb kürzester Zeit wieder auf und – im Normalfall – möchte auch Frauchen / Herrchen am Abend noch eine Runde mit ihrem Hund gehen. Welche Möglichkeiten habe ich nun?
1. Ich lass den Hund sein Geschäft verrichten und beende die Runde so schnell wie möglich. Wenn der Hund will, wird er zuhause noch bespaßt oder durchgekrault.
2. Ich ziehe die 1 Stunde Gassi Runde durch wie vertraglich vereinbart.

Ich möchte nicht verallgemeinert die fachliche Kompetenz von privaten Hundehaltern in Frage stellen. Es gibt sehr viele Hundehalter, mit denen ich mich sehr gerne fachlich tiefgreifend unterhalte 🙂 *Daumen hoch*
Aber in solchen Fällen wie es mir vor ein paar Jahren passierte -> die Hundehalterin sagte mir ins Gesicht „Verena, ich zahle eine Stunde und Du gehst eine Stunde!“ – da werde ich einen Teufel tun und mich mit dieser „geballten fachlichen Intelligenz“ anlegen. In diesem Fall ging es um einen Welpen/Junghund, der nicht lange laufen wollte. Zumindest nicht im Wohngebiet. Ich nahm dann auch mal einen Hund aus der Nachbarschaft mit oder Welpen Dummys, um den Kleinen zu animieren. Doch wenn vermehrt Nachbarn auf mich zukommen und fragen „Entschuldigung, gehört der Welpe Ihnen?“ Ich entgegnete, dass ich ihn nur ausführe und die Leute mir dann erzählen „Ach, wissen Sie, Sie sind die einzige die ich mit dem Hund spazieren gehen sehe – die anderen lassen ihn immer nur in den Garten“. Da ließ mein Engagement ehrlich gesagt nach und nach der Aussage von oben … Diese Frau war die längste Zeit meine Kundin.

Ich lasse mir lieber nachsagen, dass ich die Gassi Runde gekürzt habe. Als das jemand sagen kann „Das Verhalten meines Hundes wurde schlimmer, als er bei Verena in der Betreuung war“.

Jeder Hundehalter will alles richtig machen. Aber weniger ist manchmal mehr! Und selbst wenn der Dogwalker nur 15 oder 30 Minuten mit dem Hund geht – anstatt der vereinbarten 60 Minuten – Eurem Hund geht es aber dadurch besser …. Was ist Euch lieber? Ein Dogwalker der stur die 60 Minuten durchzieht -> Ihr tingelt in die Hundeschule und das Verhalten wird und wird nicht besser. Oder ein Dogwalker der das Verhalten erkennt, Rücksicht nimmt & sich über die Konsequenzen bewußt ist.

Und ganz nebenbei bemerkt: Bei solchen Kürzungen werden die Hundehalter von mir über die Thematik informiert. Allerdings dürfte auch klar sein, dass solche Themen wie Leinenpöbler, Angst-aggressives Verhalten, …. nicht mit ein paar Hundeschul-Stunden absolviert ist. Wenn die Hundehalter keine Investitionen tätigen und sich das Verhalten nicht bessert, werde ich keine Dauerschleife runterleiern und handle einfach im Sinne des Hundes.

 

Moral vs. Vorstellung

Es ist jetzt 05:27 Uhr … seit ca 03:30 Uhr bin ich auf den Beinen – ausgeschlafen! Fips und ich waren gestern um 20. Uhr schon längst im Land der Träume – wir waren fix und fertig. Am gestrigen Tag waren wir ca 1,5 Stunde zuhause – gerade passend für Kochen, Essen, kurz ausruhen und schon ging es weiter.

Die Arbeit als Dogwalker ist nicht nur verniedlicht dargestellt die Hunde zu tätscheln und ein bisschen Gassi zu gehen. Natürlich kann man es sich einfach machen und diverse Hunde mit schlechtem Sozialverhalten, mangelnder Leinenführigkeit etc ablehnen – muss man sich aber leisten können! Noch dazu kommen Kollegen mit „Dumpingpreisen“ – dass es sich hier um Großgruppen-Haltung handelt, sehen die Kunden aber nicht. Naja, es gibt auch Großgruppen-Konzepte und die verlangen mehr als ich 😀 . Manchmal sollte man das Kleingedruckte doch mal lesen 😉 .

Zurück zu mir: die letzten Tage hatte ich einen Termin beim Steuerberater und wir kamen dann auch auf das Thema Fahrtenbuch 🙁 . Bisher habe ich nur den Anfangsbestand und den Tagesendbestand vom Tacho notiert und eben zwischen Privat- und Geschäftsfahrten differenziert. Es wäre auch zu schön, wenn es so hätte sein können. Verlangt wird: Jede einzelne Fahrt mit AB und EB + Anlass + Name zu dokumentieren. WHAT?! Bei über 100 gefahrene Kilometer am Tag und X Stationen … Da geht wieder ein ganzer Urlaub drauf – wann soll ich das sonst für 2016 nachholen? Achja, Fristabgabe gibt es ja auch noch. Freizeit adieu.

Da es nicht nur Hunde tätscheln ist – es gibt auch noch die „kompetenten Hundehalter“, die einem unterwegs einfach durch die Gruppen latschen, ihre Hunde nicht im Griff haben und Jogger, die ihre Hinterlassenschaften einfach im Wald liegen lassen und die eigenen Hunde, die u.U. selbst ein problematisches Verhalten aufweisen … Daher ist eine Auslastung für unsere Nerven enorm wichtig – einfach nur Schokolade essen geht nicht. Deswegen auch das frühe Aufstehen, damit Zeit für ein Workout ist. Theorie-Plan: Aufstehen, Kaffee trinken, kurz die Zahlungseingänge checken (das blieb auch seit Dez/Jan liegen) und dann mindestens 1 Stunde Workout. So der Plan. Die Praxis: Aufstehen, Kaffee trinken und 2 Stunden Zahlungseingänge checken, Mahnungen schreiben und einfach so überwiesene Geldbeträge irgendwelchen Rechnungen zuordnen.

Kann es das sein?

Nein, ich klage nicht auf hohem Niveau und es ist auch keine Beschwerde. Lediglich soll dies für Außenstehende einen Einblick in unsere Freizeitgestaltung gewähren. Es ist bei mir auch nicht die Norm, dass bei Zahlungseingängen ein solches „Chaos“ aufkommt … kommt dann alles auf einmal- ist doof ?. Ich liebe meinen Job und die Arbeit mit den Hunden immer noch wie am ersten Tag. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich Hunde treffe die „in den Brunnen gefallen sind“ wegen fehlerhaften Verhalten anderer. Ich bin das Verhalten der Menschen einfach nur leid. Die Geiz-ist-geil-Mentalität und der eigene pure Egoismus ist bei einem Lebewesen … Ja, der Hund ist ein Lebewesen und keine Sache! … einfach fehl am Platz. In Minimum jeder zweiten Email lese ich „schlechte Erfahrung mit Pension / Dogwalker, bin skeptisch – aber Sie wurden mir empfohlen und ich kann den Hund leider familiär nirgends unterbringen …“ Da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Treffe ich Hunde unterwegs und dieser Brunnen ist schon abzusehen … Nein, die Halter sehen keine Notwendigkeit etwas zu ändern. Im Gegenzug: wenn ich situationsbedingt einen Hund sehe, der ein ähnliches oder gar gleiches Problemverhalten zeigt wie einer meiner Hunde und ich sehe im Gegenzug wie sich der Hund bei mir positiv entwickelt hat … ein größeres Geschenk gibt es nicht!

Der Preiskampf ist heftig und viele sehen überhaupt nicht, dass am Ende nichts übrig bleibt. Ist sich der Dogwalker seiner Verantwortung und den Risiken bewusst, kommen da ein paar Versicherungen auf ihn zu, die ggf. noch Risikobeiträge miteinkalkulieren aufgrund der Tätigkeit etc.  Natürlich kann man dies weg lassen – der Kunde bleibt im Schadensfall auf seinen Kosten sitzen, man kann sich als Kleinunternehmer deklarieren – keine MwSt berechnen und einen Großteil der Einnahmen am Fiskus vorbei schleusen… nur so ein paar Beispiele um die Ausgaben zu minimieren. Wird wohl auch so gehandhabt. Finde ich nicht fair den Kollegen und den Hundehalter gegenüber. Muss aber jeder für sich entscheiden. Diese bieten aber auch Leistungen an, die sie per Gesetz nicht ausführen dürfen. Was soll man also von denen erwarten? Ich arbeite lieber ehrlich, kann mir jeden Tag ins Gesicht schauen und weiß mit ruhigem Gewissen, ich stehe nicht mit einem Bein im Knast!

… Jetzt ist es 05:50 Uhr. Würde noch gerne mehr schreiben, aber Fips und die Arbeit rufen – wir müssen los. Heut Abend vielleicht noch einen Abschluss zu diesem Beitrag.

 

Habt einen schönen Tag.