Freude, Glück und Liebe im Hundetraining

In diesem Blogbeitrag soll es um die positiven Emotionen gehen:

  • Was bringt sie uns?
  • Wie kann ich Einfluss darauf nehmen?

Die Wissenschaft konnte sehr gut herausarbeiten, weswegen alle Säugetiere positive Emotionen benötigen und hierfür betrachten wir die “Broaden & Build Theory“ von Barbara Fredrickson genauer.

In der Geschichte und so manch einer erlebt es heutzutage immer noch alltäglich, konzentrierte man sich verstärkt auf das Negative – die Verhaltenszüge und deren Folgen. Doch diese Vorgehensweise und all das drumherum gab nie konkrete Antworten darauf, wie es stattdessen laufen kann und all die Vielfältigkeit an Möglichkeiten.

Barbara Fredrickson veröffentlichte ihre Theorie 1998. Wenn man bedenkt, wie viel man über den menschlichen Körper weiß und was operative Eingriffe ermöglichen – auch welche Technik hierfür inzwischen zur Verfügung steht, umso erstaunlicher ist es, wie wenig man über die menschliche Psyche und erst recht über die der Tiere weiß. Danke der Wissenschaft und der Medizin weiß man inzwischen über die Parallelen der Gehirnstruktur und kann somit auch Rückschlüsse ziehen über die Spiegelung zwischen Mensch und Hund. Auch Tierärzte diagnostizieren immer häufiger eine Depression beim Hund. Themen wie “ADHS beim Hund“ kommen auf … Genauso wie die Neurodivergenz beim Menschen vorhanden ist, weshalb sollte es diese nicht auch bei den Tieren geben, wenn unser Gehirn äquivalent ist?

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In dem veröffentlichten Artikel von 1998 argumentiert Fredrickson, dass diese Emotionen dazu dienen, das momentane Gedanken- / Aktionsreportoire von Individuen zu erweitern. Heute ist die Theorie als „Broaden & Build Theorie positiver Emotionen bekannt.

Was bedeutet diese Theorie?

Sie ist eine der wichtigsten und zentralsten Theorien der positiven Psychologie und dadurch – sowie durch andere Forschungen – maßgeblich zur Entwicklung und Weiterentwicklung der positiven Psychologie beigetragen. Fredrickson fand in ihren Untersuchungen heraus, dass positive Emotionen die Wahrnehmung erweitern – dafür steht das Wort “Broaden“. D.h. wenn man positive Emotionen erlebt, ist man in der Lage, mehr Reize wahrzunehmen, zu verarbeiten und es bilden sich mehrere neue neuronale Verknüpfungen. Das wiederum unterstützt die geistige Flexibilität und dadurch natürlich auch die Kreativität und Offenheit. Es verbessert auch darauf aufbauend die Problemlöse-Fähigkeit und ermöglicht neue Gedanken, das erkennen von Möglichkeiten und auch Chancen … kurz zusammengefasst: das Denken ist sehr weit, offen, es wird sehr viel wahrgenommen. Dieser kurzfristige Ressourcenaufbau führt langfristig ebenfalls zum Aufbau von Ressourcen – hier haben wir das “Build“ aus der Bezeichnung. Es können neue und stabilere Beziehungen aufgebaut werden, das ist eine Ressource. Probleme können gelöst werden, neue Möglichkeiten werden genutzt. Fähigkeiten werden erlernt oder verbessert. Es wird mehr Selbstwirksamkeit erlebt und die Resilienz (die psychologische Widerstandsfähigkeit = psychologisches Immunsystem) wird gestärkt. Diese Vielzahl an neuen Ressourcen führt wiederum zu positiven Emotionen und dadurch entsteht eine Erfolgsspirale. Es ist wie ein Kreislauf, der Inkraft gesetzt wird.

Kerntheorie ist folgende:

Während negative Emotionen wie sie beim Training über Strafe oder der Erziehung über Strafe auftreten und dadurch das Gedanken- & Aktionsreportoire einschränkt, erweitern die positive Emotionen dieses Reportoire und ermöglichen es auf ein breites Spektrum möglicher Gedanken, möglicher Verhaltensweisen als Reaktion auf emotionale Reize zurückzugreifen.

Das heißt positive Emotionen lassen uns frei, kreativ, aber auch spielerisch, neugierig und vielleicht auch experimentierfreudig sein und durch diese Emotionen / Gedanken ergeben sich eben auch neue Verhaltensweisen und Möglichkeiten, dass man wieder neue physische, soziale aber auch intellektuelle Ressourcen entwickeln kann.

Beispiel: Hunde spielen miteinander

Wenn Hunde miteinander spielen, entsteht Freude und Erleichterung. Hieraus resultieren entscheidende Fähigkeiten und Kompetenzen wie z.B. soziale Fähigkeit, körperliche Fähigkeiten während eines etwas rauen Spiels und kognitive Fähigkeiten während einem Spiel mit Objekten. Die positive Emotion “Interesse“ führt zu neuem Wissen und die Emotion “Liebe“ hilft uns, soziale Ressourcen aufzubauen.

Letztlich täten wir alle unseren Hunden etwas Gutes, wenn wir sie darin unterstützen bzw. ihnen ermöglichen, eine Erweiterung des Denk- / Handlungsreportoires zu gewährleisten und dadurch das Erleben positiver Emotionen eine ganze Reihe neuer persönlicher Ressourcen aufzubauen und/oder zu verstärken.

Das alles steht – theoretisch – bereits in der Lerntheorie für Säugetiere. Doch deren Auslegung und Verständnis dessen ist eben jedem selbst überlassen.

Vor ein paar Tagen stieß ich zudem auf folgenden Artikel und der spricht mir aus der Seele:

Im Begegnungstraining lernen die Hunde Strategien, der Mensch lernt auf die körpersprachlichen Signale seines Hundes zu achten und entsprechend zu handeln – Möglichkeiten aufzuzeigen, bis der Hund in seiner Weiterentwicklung soweit ist, diese eigenständig anzuzeigen für eine Deeskalation.

Auch der Hundehalter steht während diesem Begegnungstraining im Fokus um etwaige Spiegelthemen herauszuarbeiten. Klicke auf das Bild für weitere Infos.

Habt eine schöne Zeit,

bis bald,

Verena

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