Moral vs. Vorstellung

Es ist jetzt 05:27 Uhr … seit ca 03:30 Uhr bin ich auf den Beinen – ausgeschlafen! Fips und ich waren gestern um 20. Uhr schon längst im Land der Träume – wir waren fix und fertig. Am gestrigen Tag waren wir ca 1,5 Stunde zuhause – gerade passend für Kochen, Essen, kurz ausruhen und schon ging es weiter.

Die Arbeit als Dogwalker ist nicht nur verniedlicht dargestellt die Hunde zu tätscheln und ein bisschen Gassi zu gehen. Natürlich kann man es sich einfach machen und diverse Hunde mit schlechtem Sozialverhalten, mangelnder Leinenführigkeit etc ablehnen – muss man sich aber leisten können! Noch dazu kommen Kollegen mit „Dumpingpreisen“ – dass es sich hier um Großgruppen-Haltung handelt, sehen die Kunden aber nicht. Naja, es gibt auch Großgruppen-Konzepte und die verlangen mehr als ich 😀 . Manchmal sollte man das Kleingedruckte doch mal lesen 😉 .

Zurück zu mir: die letzten Tage hatte ich einen Termin beim Steuerberater und wir kamen dann auch auf das Thema Fahrtenbuch 🙁 . Bisher habe ich nur den Anfangsbestand und den Tagesendbestand vom Tacho notiert und eben zwischen Privat- und Geschäftsfahrten differenziert. Es wäre auch zu schön, wenn es so hätte sein können. Verlangt wird: Jede einzelne Fahrt mit AB und EB + Anlass + Name zu dokumentieren. WHAT?! Bei über 100 gefahrene Kilometer am Tag und X Stationen … Da geht wieder ein ganzer Urlaub drauf – wann soll ich das sonst für 2016 nachholen? Achja, Fristabgabe gibt es ja auch noch. Freizeit adieu.

Da es nicht nur Hunde tätscheln ist – es gibt auch noch die „kompetenten Hundehalter“, die einem unterwegs einfach durch die Gruppen latschen, ihre Hunde nicht im Griff haben und Jogger, die ihre Hinterlassenschaften einfach im Wald liegen lassen und die eigenen Hunde, die u.U. selbst ein problematisches Verhalten aufweisen … Daher ist eine Auslastung für unsere Nerven enorm wichtig – einfach nur Schokolade essen geht nicht. Deswegen auch das frühe Aufstehen, damit Zeit für ein Workout ist. Theorie-Plan: Aufstehen, Kaffee trinken, kurz die Zahlungseingänge checken (das blieb auch seit Dez/Jan liegen) und dann mindestens 1 Stunde Workout. So der Plan. Die Praxis: Aufstehen, Kaffee trinken und 2 Stunden Zahlungseingänge checken, Mahnungen schreiben und einfach so überwiesene Geldbeträge irgendwelchen Rechnungen zuordnen.

Kann es das sein?

Nein, ich klage nicht auf hohem Niveau und es ist auch keine Beschwerde. Lediglich soll dies für Außenstehende einen Einblick in unsere Freizeitgestaltung gewähren. Es ist bei mir auch nicht die Norm, dass bei Zahlungseingängen ein solches „Chaos“ aufkommt … kommt dann alles auf einmal- ist doof ?. Ich liebe meinen Job und die Arbeit mit den Hunden immer noch wie am ersten Tag. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich Hunde treffe die „in den Brunnen gefallen sind“ wegen fehlerhaften Verhalten anderer. Ich bin das Verhalten der Menschen einfach nur leid. Die Geiz-ist-geil-Mentalität und der eigene pure Egoismus ist bei einem Lebewesen … Ja, der Hund ist ein Lebewesen und keine Sache! … einfach fehl am Platz. In Minimum jeder zweiten Email lese ich „schlechte Erfahrung mit Pension / Dogwalker, bin skeptisch – aber Sie wurden mir empfohlen und ich kann den Hund leider familiär nirgends unterbringen …“ Da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Treffe ich Hunde unterwegs und dieser Brunnen ist schon abzusehen … Nein, die Halter sehen keine Notwendigkeit etwas zu ändern. Im Gegenzug: wenn ich situationsbedingt einen Hund sehe, der ein ähnliches oder gar gleiches Problemverhalten zeigt wie einer meiner Hunde und ich sehe im Gegenzug wie sich der Hund bei mir positiv entwickelt hat … ein größeres Geschenk gibt es nicht!

Der Preiskampf ist heftig und viele sehen überhaupt nicht, dass am Ende nichts übrig bleibt. Ist sich der Dogwalker seiner Verantwortung und den Risiken bewusst, kommen da ein paar Versicherungen auf ihn zu, die ggf. noch Risikobeiträge miteinkalkulieren aufgrund der Tätigkeit etc.  Natürlich kann man dies weg lassen – der Kunde bleibt im Schadensfall auf seinen Kosten sitzen, man kann sich als Kleinunternehmer deklarieren – keine MwSt berechnen und einen Großteil der Einnahmen am Fiskus vorbei schleusen… nur so ein paar Beispiele um die Ausgaben zu minimieren. Wird wohl auch so gehandhabt. Finde ich nicht fair den Kollegen und den Hundehalter gegenüber. Muss aber jeder für sich entscheiden. Diese bieten aber auch Leistungen an, die sie per Gesetz nicht ausführen dürfen. Was soll man also von denen erwarten? Ich arbeite lieber ehrlich, kann mir jeden Tag ins Gesicht schauen und weiß mit ruhigem Gewissen, ich stehe nicht mit einem Bein im Knast!

… Jetzt ist es 05:50 Uhr. Würde noch gerne mehr schreiben, aber Fips und die Arbeit rufen – wir müssen los. Heut Abend vielleicht noch einen Abschluss zu diesem Beitrag.

 

Habt einen schönen Tag.

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