Die Ketten, die wir uns schufen

All of these lines across my face
Tell you the story of who I am
So many stories of where I’ve been
And how I got to where I am

Brandi Carlile – The Story

…. Es sind manchmal die kleinsten Dinge im Leben, die einem in Erinnerung bleiben.

Vor kurzem stand ich nach dem Training noch mit Teilnehmern aus dem Gruppenkurs zusammen und wir kamen im Gespräch auf die Qualität von Tierärzten und Hundeschulen – die Odyssee von manchen Hundehaltern ist erschreckend und traurig zu gleich. Zum Thema Tierarzt kommt vielleicht noch ein Beitrag, hier geht’s um Hundetrainer.

Das Schubladen Denken der Menschen ist Arten übergreifend 😪 nicht nur, dass wir uns selbst negative Glaubenssätze verpassen, nein… Wir stecken auch unsere Hunde in Schubladen. Das blöde an Schubladen ist, dass hier kaum Raum zur Verfügung steht und an Entfaltung ist gar nichts erst zu denken – die Lösung eines Problems scheint Lichtjahre entfernt. Anstatt sich aus der Schublade heraus zu ziehen, macht man es sich vielleicht noch gemütlich und redet sich ein „die anderen werden schon recht haben“.
Willkommen auf der Schattenseite – mit all den negativen Emotionen inklusive.


Ernsthaft? Kann es das gewesen sein?

Eine Odyssee eines Teilnehmerpaars möchte ich euch gerne mitteilen, denn diese spiegelt nur all zu sehr, wie es vielen anderen ergeht:
– in 4 Jahren waren sie mit beiden Hunden bei 6 Trainern. Angefangen beim Training über Strafe ging es weiter, bis sie bei einer Trainerin landeten, die zumindest vorgab über Clickertraining und den positiven Umgang mit Hunden zu arbeiten. Es gab bei den Hunden eine erste Besserung, doch die Stagnation führte wieder zu Frust und Unzufriedenheit auf beider Seiten (Hund und Halter).
Der Zweithund wurde durch verschiedene Trainer als der Problemhund bezeichnet – die Ursache für alles.
Durch einen Zufall kamen die beiden zu mir. In diesem kürzlich geführten Gespräch nach dem Training erzählten die beiden, wie es ihnen nun ergeht, welche positive Wirkung und Veränderung das Training herbeiführte.

Ich krempelte die Welt der Hundehalter völlig um. Es hieß immer, der Zweithund wäre das Problem – war er nicht. Der Zweithund war das kleinste Problem. Laut Aussagen der Halter, erkannte niemand zuvor, welche Unsicherheit der Ersthund in sich trug. Das Training über Strafe und Hemmung brauchte der Hund absolut gar nicht. Stattdessen war es Sicherheit und Vertrauen. Die anfängliche Verständnislosigkeit und (teilweise) Verspöttung des Trainings (es fielen zB Aussagen wie „Clicker, Pfeife, Leckerlitasche…. Was brauch ich noch alles für eine Gassi Runde? Muss ich mir direkt nen Bollerwagen kaufen?!“) 😂. Die Lerntheorie des Hundes interessierte nicht – man war nur die Arbeit über Strafe bzw Korrektur und Begrenzung des Hundes gewohnt. Über den Tellerrand hinaus blickte man nicht und – das darf man leider nicht vergessen – viele Trainer über Jahre hinweg sagten den beiden „Diese Vorgehensweise ist richtig!“ Auch die Trainerin vor mir sagte der Halterin, nachdem sie bekannt gab das Training bei mir fortzusetzen, dass sie (Halterin) auch bei mir nicht viel mehr Erfolge erzielen wird.
Nachdem ich nun die Welt der Hundehalter resetet hatte und neu ordnete – ich gab sogar einen Zeitraum an, in welchem die Hundehalter ihr Ziel erreichen würden 😁😁😁 dieser Zeitraum ist jetzt 😜 und siehe da, diese folgenden Aussagen wurden kürzlich getroffen:

– wir hatten unsere Hunde natürlich sehr lieb, allerdings war es durch den immer wiederkehrenden Stress und die Unzufriedenheit, z.b. bei Hundebegegnungen, nicht möglich den Hund so ins Herz zu schließen. Durch Verena und das Training konnte eine neue „Liebe“ und Vertrauen aufgebaut werden.

– es macht viel mehr Spaß mit dem Hund Gassi  zu gehen, sodass die Zeit vergessen wird oder der Partner anruft weil das Essen mittlerweile auf dem Tisch steht oder weil wir los müssen zum Termin

– der Hund hat viel mehr Spaß am Training und zeigt das mehr als deutlich – war bisher nicht der Fall

– der Hund bietet von selbst nun einige Dinge an. Z.b. sich hinsetzen wenn ein Fahrrad kommt ohne ihn aufzufordern.

– das Training bringt auf beiden Seiten Freude mit sich und bietet dem Halter so tiefe Einblicke in die Welt des Hundes, seine Körpersprache zu erkennen und zu verstehen

– neue Sichtweise kennen gelernt, welcher Hund ist sicher bzw. unsicher

– Hunde kommunizieren mit dem Menschen viel besser wenn er z.b. eine frontale Begegnung nicht schafft und er mehr Distanz braucht oder er nur durch eine Situation gehen kann z.b. durch das Anleihen (durch die Gabe von Sicherheit)

– Hund achtet viel mehr auf den Menschen und rennt nicht mehr so weit davon, er bleibt immer unmittelbar in der Nähe (bis auf ein paar Ausnahmen – Jagdververhalten oder beim Spielen)

– bei aufkommender Unsicherheit nimmt Hund Kontakt zum Halter auf, anstatt den Konflikt selbst lösen zu müssen

Das ist keine Hommage an mich… Wenn es eine sein sollte, dann an die Lehre der positiven Verstärkung und die Lerntheorie.
Jeder Hundetrainer zuvor hätte diese Wirkung erreichen können, wenn ein gewisses Maß an Fachwissen, Feingefühl und Empathie vorhanden gewesen wären.

Verlasst die Schubladen – eure eigene und lasst euren Hund aus der seinigen. Ihr habt außerhalb eurer Schubladen so viele Möglichkeiten und jeder hat das Recht auf Glück, Wohlbefinden, Spaß und Freude im Leben. Sprengt eure Ketten und fangt neu an… Es lohnt sich 💖

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